Minerva Newsletter Ausgabe 01 | Februar 2010
 

 
Berufswahl - ein einzigartiges Modell der Minerva

Nirgends beginnt die Vorbereitung auf den richtigen Beruf so früh wie in den Minerva Schulen Basel. Fast zwei Jahre vor Ablauf der obligatorischen Schulzeit richtet sich in den Klassen der Sekundarschule E das Hauptaugenmerk auf die Frage, welches wird mein künftiger Beruf! Neben dem frühen Beginn der Berufswahl ist auch die Begleitung der Jugendlichen während des ganzen Prozesses einzigartig. Mit Hilfe einer Fachpsychologin werden die Eignungen- und Neigungen abgeklärt, wird das Lernverhalten untersucht, der Wissensstand getestet und als Quintessenz dieser Analysen ein Teil des weiteren Unterrichtes geplant. Diese individuelle Förderung findet neben der üblichen Berufsvorbereitung statt. Mit diesem Modell sollen die Schülerinnen und Schüler bei der Berufswahl optimal unterstützt werden.

Kein Morgen ohne Schulstress in den drei S4-Klassen! Im Moment können die Achtklässler der Sekundarschule Niveau E zeigen, was sie „drauf haben“. Anders formuliert: Die Schülerinnen und Schüler der S4-Klassen werden auf Herz und Nieren geprüft. Bereits lange vor Schulabschluss steht für sie nur eine Frage im Zentrum: Wie geht „die Reise“ ins Berufsleben weiter? In den kommenden eineinhalb Jahren müssen sich die Jugendlichen für einen Beruf oder eine weiterführende Schule entscheiden.
Früher ergaben die erbrachten Schulleistungen in Kombination mit dem Berufswunsch der Jugendlichen die Wahl. War dann das Angebot in Form einer Lehrstelle auch noch vorhanden, so kam es zum Abschluss eines Lehrvertrages. Zahlreiche Berichte der Gewerbeverbände und der Gewerbeschulen beider Basel über eine Vielzahl aufgelöster Lehrverträge erschreckten in der Vergangenheit jedoch immer wieder die Erwachsenenwelt, insbesondere die Pädagogen. Fazit: Die Wahl des richtigen Berufes bedarf grösserer Anstrengungen als nur der Information über die einzelnen Berufe und eines Leistungsausweises in Form der Zeugnisse.
Die Minerva Schulen Basel reagieren schnell. Seit dem Jahre 2003 führen die Klassenlehrkräfte in Zusammenarbeit mit der Psychologin Gabrielle Bieber Fähigkeitstests, so genannte Eignungs-/Neigungsabklärungen durch, die für die verbleibende Schulzeit von entscheidender Bedeutung sind. Dabei werden Fragen wie „Welchem Lerntyp entspreche ich? Wie gehe ich konkrete Lernprobleme an? Wozu eigne ich mich? Welches sind meine Neigungen?" beantwortet. Ein enorm wichtiger Punkt sei aber auch die Ausdauer und die Belastbarkeit der Jugendlichen. „Die Berufswelt kennt keine 40 Minuten Lektionen – Durchhalten ist da gefragt!“, meint die Fachpsychologin.
Neben diesen Fähigkeitstests werden die Jugendlichen auch in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik auf Herz und Nieren geprüft. Bei diesen Prüfungen geht es darum, allfällige Lücken im Schulstoff der 5. bis 8. Klasse zu lokalisieren. „Ein Haus baut man ja auch nicht erst vom zweiten Stock weg in die Höhe. Da müssen wir doch wissen, wie solide das Fundament ist!“, meint Gabrielle Bieber.
Liegen die Resultate der Fähigkeitsanalysen und der Fähigkeitstests vor, so findet mit jedem Schüler und jeder Schülerin ein Einzelgespräch statt. In diesem Gespräch geht es neben dem Berufswunsch vor allem um die weiteren eineinhalb Jahre in der Schule, meint die Psychologin: „Ich zeige den Jugendlichen ihre Stärken auf und gebe ihnen praktische Umsetzungstipps für den Schulalltag. So fällt ihnen die Kompensation von Schwächen leichter. Ebenso besprechen wir den Unterricht im Fach Coaching, wo sie bis zum Schulabschluss an ihren schulischen Defiziten arbeiten. Ziel ist, dass die Jugendlichen nachhaltiger und bewusster lernen können und unter anderem auch ihre Lücken und Schwächen ausbügeln können!“
Ergänzt werden diese individuellen Fähigkeitsanalysen und Planungen durch die übliche Berufswahlvorbereitung des Klassenlehrers. Besuche im Berufsinformations-Zentrum oder der Kontakt mit Vertretern einzelner Berufsgattungen stehen genau so auf dem Schulprogramm wie die Schnupperlehren. Eineinhalb Jahre verbleiben bis zum Schritt ins Berufsleben. Es bleibt genügend Zeit bis zum Entscheid. Heisst es aber „Bitte Ruhe“ vor den Klassenzimmern der S4-Klassen, so dürfte im Zimmer wohl eher der Stress das Zepter führen.

 

     
     

 
Waggis im Kindergarten

In wenigen Tagen hält Frau Fasnacht die Stadt Basel fest in ihren Händen. Schon seit Wochen bereiten sich die Kleinsten in der „Minerva Familie“ auf diesen Grossanlass vor. Räppli und Larven liegen im Kindergarten genau so am Boden wie Kostüme und Hüte. Doch die Fasnacht soll nicht nur in den Räumen der Minerva stattfinden. Vielmehr möchte Kindergärtnerin Songül Polat das typisch Baslerische dieses Brauches auch in die Familien tragen, denen die Basler Fasnacht noch fremd ist. Masken sind in Basel Larven, Konfettis heissen Räppli und der Typ mit der grossen Nase ist ein Waggis.

Emsiges Treiben herrscht in den Räumen des Kindergartens der Minerva Schulen Basel. Die Kinder sind soeben aus dem benachbarten Atelier im Waisenhaus zurückgekehrt. Dort wird in den nächsten Tagen die grosse Laterne für eine der unzähligen Cliquen fertig. Noch weiss niemand, was während der drei Fasnachtstage und -nächte alles von der Laterne leuchten wird. Erst am Sonntag vor dem „Morgestraich“ kommt sie an die frische Luft und der Blick auf die Sujets 2010 wird frei. Beeindruckend für die Kinder sind jedoch jetzt schon ihre Höhe und ihre Farben.

Im Kreis im Kindergarten geht es jetzt um die Figuren, die die Basler Fasnacht prägen. Ein „Blätzlibajass“, eine „Alte Tante“, ein „Waggis“ und ein „Dambuur“ sind genau so da wie ein Harlekin. Die Figuren bieten Anlass für unzählige Gespräche. Die Geschichte einer verzauberten Trommel und ein Fasnachtslied dienen als Einstieg ins Thema.

Beim Singen, Hören und Schauen soll es aber nicht bleiben. Welches Kind möchte sich nicht selbst mal hinter einer Larve verstecken? Mit Karton, Gummiband und Farbe kreieren die Kinder dann ihre eigene Larve. „Hier kennen wir keine Grenzen“, meint Kindergärtnerin Songül Polat. „Wichtig ist uns der kreative Prozess, und dass wir uns dann hinter der eigenen Larve verstecken können.“ So werden die Kinder als Füchse, Katzen oder Prinzessinnen erscheinen.

Am grossen Umzug im Quartier möchte Songül Polat mit den Kleinen dieses Jahr noch nicht teilnehmen. „Unsere Jüngsten sind erst drei Jahre alt, sie haben zum Teil noch Angst vor dem Lärm der Trommeln oder einem Tambourmajor, der einer Clique den Takt angibt. Unverständlich bleibt für sie, weshalb der wohl mit seinem Stock so wild in der Luft herumfuchtelt.“ Trotzdem möchte die Kindergärtnerin die Fasnachtsfreude aus dem Kindergarten hinaustragen. „Unsere Route beschränkt sich auf die Gänge des Waisenhauses und auf das angrenzende Areal“, meint die Vorschulpädagogin. Doch auch hier müssen die Kleinsten schon einiges lernen. So zum Beispiel, dass man Räppli auf dem Boden liegen lässt, auch wenn diese trocken sind.
     
     

 
Elternarbeit als Teil der pädagogischen Arbeit

Schule ist mehr als Unterricht mit Jugendlichen und Kindern. Wie können wir das Verhältnis von Lehrerschaft und Elternhaus verbessern? Dieser Frage widmete sich ein Teil des Kollegiums an den diesjährigen zwei Weiterbildungstagen. Ausgehend vom Bestseller „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ von Michael Winterhoff versuchte das Kollegium, die Nöte und Ängste der Eltern zu verstehen.
Ein anderer Schwerpunkt der Weiterbildungstage richtete das Augenmerk auf die Gruppenbildenden Prozesse der Erlebnispädagogik. Beim Besuch im Waldseilgarten in Freiburg wurde das ganze Kollegium vom Untergang der Titanic überrascht. Dank des Zusammenhaltes in der Gruppe konnten jedoch alle gerettet werden. 

Elterngespräche gehören zum Schulalltag wie das Unterrichten selbst. Doch wie gestalten wir diese Elterngespräche? Welches könnten die Erwartungen der Eltern sein? In welchen Nöten könnten die Eltern stecken? Antworten auf solche Fragen versuchte ein Workshop von Frau Gisela Knoll zu geben. In einem Einführungsreferat fasste sie die Thesen von Michael Winterhoff zusammen, der das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern an unzähligen Beispielen studierte. In seinem Bestseller „Warum werden unsere Kinder Tyrannen“ beschreibt der Autor verschiedene Typen von Erziehungsverhältnissen. Diese Verhältnisse bestimmen in hohem Masse die Erwartungen der Eltern an die Schule und beeinflussen auch die Elterngespräche. Doch nicht allen Erwartungen müssen die Pädagogen genügen. In Rollenspielen versuchten die Pädagogen zum Beispiel herauszufinden, wann brauchen Eltern Beistand bei ihren erzieherischen Aufgaben und wie könnte eine Beratung aussehen. Wegen Zeitmangel konnte der Workshop nicht abgeschlossen werden. Er wird am 13. März fortgesetzt.

Interview mit Frau Gisela Knoll

Zusammen auf der Titanic untergehen! Die Ankunft am Samstag im Waldseilgarten in Freiburg war alles andere als gemütlich. Noch bevor wir uns umsehen konnten, waren wir auf der Titanic, die leider vor wenigen Augenblicken einen Eisklotz gerammt hatte und jetzt langsam im Wasser unterging. Die kleinen Brettchen, die jeder erhalten hatte, die dienten als Rettungsboote. Doch alleine hatte niemand eine Überlebenschance. Schliesslich schafften wir es gemeinsam. Nebst der Freude über die Rettung des ganzen Teams wurde erfahrbar, welche sozialdynamischen Kräfte in erlebnispädagogischen Konzepten stecken. Der Besuch war sicher eine Erfahrung, die in die Planung von Lagern und Erlebnistagen einfliessen wird.

Bilder vom Untergang der Titanic

Die Minerva ist und bleibt eine innovative Schule. Neue Konzepte und kreative Ideen finden schnell den Weg in den Schulalltag. Doch nichts geht ohne gründliche Vorbereitung und Information der Lehrerschaft. Die Einführung des Portfolios als pädagogisches Konzept war dieses Jahr genau so Teil der Weiterbildung wie der neue Trainingsraum für „Störenfriede“. Neben diesen pädagogischen Neuerungen stand aber auch die Minerva E-Learning-Plattform „Moodle“ wieder auf der Agenda der Weiterbildung. Moodle vereinfacht nicht nur die Kommunikation der Minerva MitarbeiterInnen untereinander, sondern  bietet ebenso auf einfache Art und Weise die Möglichkeit, Formulare, Bilder und Lernmaterialien via Internet auszutauschen. Da will auch die Lehrerschaft gut vorbereitet sein.
     
     

 
Rote Karte für störendes Verhalten

Störungen im Unterricht sind so alt wie die Schule selbst. Setzten früher Pädagogen noch den Rohrstock ein, so lösen heute neue Konzepte die schwarze Pädagogik ab. Jüngstes Beispiel ist die Einführung eines sogenannten Trainingsraumes. Wer den Unterricht stört, muss in die Obhut eines Sozialpädagogen. Im sogenannten Trainingsraum erhält er die Möglichkeit, über sein Verhalten nachzudenken. Mit diesem Vorgehen vereinheitlichen die Minerva Schulen Basel das Vorgehen aller Lehrkräfte bei Störungen des Unterrichtes.

Ein Kachelofen, eine Wandtafel, ein Gesprächstisch und ein paar Arbeitsplätze am Rande des Zimmers – der Trainingsraum im Wildensteinerhof der Minerva Schulen Basel ist eine Mischung aus Schulzimmer und Gesprächsraum. An der Wand sind die Grundsätze des Trainingsraumes angepinnt: Jede SchülerIn hat das Recht ungestört zu lernen, jede LehrerIn hat das Recht, ungestört zu unterrichten und alle müssen die Rechte der anderen respektieren. Wer also hierher kommen muss, der hat gegen diese Grundsätze verstossen.
„Es geht im Trainingsraum aber nicht darum, dass der Jugendliche hier einfach eine Strafe absitzt und gehütet wird“, betont Liv Rosendahl die Zielsetzung des neuen Konzeptes. Störe ein Schüler oder eine Schülerin den Unterricht, so könne dies die verschiedensten Gründe haben. „Oft haben die Jugendlichen untereinander Zoff, haben Liebeskummer oder auch Streit zu Hause. All das können Ursachen sein, dass sie nicht mehr ruhig arbeiten können.“ Fazit: Oft würden diese Jugendlichen dann den Unterricht stören. Die Lehrperson hat in der Regel während des Unterrichts kaum die Möglichkeit, auf diese Störungen einzugehen.
Anders ist die Situation im Trainingsraum. Hier stehen mit Liv Rosendahl und Roland Meusel zwei Sozialpädagogen bereit, die sich genau diesen Störungen und den dahinter liegenden Fragen annehmen können. „Was ist passiert, wieso reagierst du so, was hätte anders gehen können?“, sind Fragen, mit denen Schüler sich dann beschäftigen müssen. Weiter müssen sie sich auch Gedanken machen, wie sie wieder zurück in die Klasse gehen können. Ohne ausgefüllten Rückkehrschein, der aus zwei Seiten voller Fragen zur Konfliktsituation besteht, geht das nicht.
Für Liv Rosendahl sind die ersten Erfahrungen ermutigend. „Die Jugendlichen kommen oft geladen. Sie fühlen sich ungerecht behandelt und nicht verstanden. Die Zeit hier und die Gespräche helfen ihnen dann, wieder zur Ruhe zu kommen. Es braucht in vielen Fällen nicht viel und sie können wieder in den Unterricht zurückkehren. Viele kehren einsichtig zurück oder sind zumindest nicht mehr so geladen. Dass Einzelne den Unterricht dann weiter stören, das kommt nur in den seltensten Fällen vor.“
Doch auch für diesen Fall haben die Sozialpädagogen vorgesorgt. Beim dritten Trainingsraumbesuch muss der Schüler einen Gesprächstermin mit der Klassenlehrperson vereinbaren. Die Eltern werden schriftlich darüber informiert. Beim sechsten Besuch bekommen die Eltern eine Einladung zu einem Gespräch. Beteiligt sind hier die Eltern, die Klassenlehrkraft und der Schüler/die Schülerin selbst.
Dem Programm liegt nicht die Methode der Bestrafung zugrunde, sondern der Gedanke zur Hilfe. Von „Kuschelpädagogik“ will Liv Rosendahl jedoch nichts wissen. „Es hat nichts mit „laissez-faire“ zu tun, wenn wir zwischen dem Verhalten der Jugendlichen und ihren Problemen einen Zusammenhang sehen. Wir lassen die Jugendlichen nicht alleine, sondern konfrontieren sie mit ihrem Verhalten. Das ist ihnen oft viel unangenehmer als einfach eine Strafe abzusitzen.“ Die Wirkung für die Persönlichkeitsbildung, die sei aber ungemein viel grösser.
Der Trainingsraum wird rege genutzt. Der Lehrerschaft gibt er die Möglichkeit, Unterrichtsstörungen nicht mehr auf Kosten von Kraft, Nerven und Unterrichtszeit lösen zu müssen. Zu Beginn war er während dreier Vormittagen geöffnet. Aufgrund der Nachfrage und der positiven Wirkung auf den Unterricht in den Klassen steht er mittlerweile jeden Morgen zwischen 8.30 Uhr bis 12.40 Uhr zur Verfügung.
     
     
 
Klassenzimmer ohne Wände

Lager gehören in den Realschulklassen der Minerva Schulen Basel zum Schulprogramm wie der Turnunterricht oder der Mathematikunterricht. Eine Beobachtung fernab der Schule während der gemeinsamen Tage mit den Schülerinnen und Schülern liessen die Pädagogen Rüdiger Binkle und Kathrin Landis nicht mehr los. Weg vom Schulhaus wirkten die Jugendlichen viel gelöster und im direkten Kontakt auch zugänglicher. Schnell war die Idee geboren, die Realität im Schulalltag monatlich für einen Tag aufzubrechen und an so genannten Schulwaldtagen den Unterricht in die Natur zu verlegen. Dabei soll es aber nicht um den Naturkundeunterricht in der freien Natur gehen, auch Mathematik und Sprachunterricht finden an den Waldschultagen ihren festen Platz. Der erste Schulwaldtag fand am 8. Februar statt.

In Zukunft bleiben einmal im Monat die Schulbänke der Realklassen leer. Der Unterricht findet an den so genannten Waldschultagen in der Umgebung des Robinson Spielplatzes in Frenkendorf statt. Ziel dieses neuen Angebotes für die RealschülerInnen ist es, in naturnaher Umgebung zu lernen. Die Idee, das Schulzimmer in die Natur zu verlegen, ist für die Klassenlehrpersonen Kathrin Landis und Rüdiger Binkle nicht neu. Nachdem sie immer wieder über die entspannte Atmosphäre unter den Jugendlichen erfreut waren, die in den Klassenlagern herrschte, wurde es ihnen ein Anliegen, Lageratmosphäre auch in den Alltag im Schulhaus „Wildensteinerhof“ einzubauen. So entstand die Idee der Waldschultage.

Ab dem neuen Semester geht die ganze Realschule einmal im Monat auf ihre „Basisstation in der Natur“, auf den Robinsonspielplatz in Frenkendorf. Dabei geht es nicht nur um den Platz, den Lehrerin Kathrin Landis aufgrund privater Kontakte für das Projekt gewinnen konnte. Vielmehr möchte das Realschulteam auch den dahinter liegenden Wald in den Unterricht einbeziehen. „Wir haben hier eine hervorragende Infrastruktur“, meint Klassenlehrer und Abteilungsleiter Rüdiger Binkle. „Neben dem Wald und dem Bach in unmittelbarer Nähe steht uns auch die Infrastruktur des Spielplatzes mit dem Pizzaofen, der Kochgelegenheit und den Hütten zur Verfügung.“
Hier soll also Unterricht stattfinden. Dabei geht es aber nicht darum, dass quasi im Rucksack der Schulstoff aus dem Schulzimmer aufs Land mitgenommen wird. Vielmehr soll das Angebot dieses einzigartigen Ortes genutzt werden, um die Verbindung zwischen Lerninhalt und Anschauungsmaterial herzustellen. „Wir können in der Natur ganz einfach Dinge beschreiben, die wir ja direkt sehen“, erläutert Binkle das Konzept. Auch für den Mathematikunterricht eröffnen sich Lernfelder. „Wer kocht, der muss Mengen berechnen können. Rechenfehler wirken sich spürbar aus.“
Doch nicht nur in den traditionellen Schulfächern wie Naturkunde, Deutsch und Mathematik bieten sich Lernfelder an. Auch Fachlehrkräfte anderer Fächer sollen immer wieder einbezogen werden und an den Waldschultagen teilnehmen, so zum Beispiel auch die Englisch- oder FranzösischlehrerInnen. „Das Vokabular des Waldes können wir auch auf Englisch oder Französisch lernen“, umschreibt der Heilpädagoge das Lernfeld. „Auch Wegbeschreibungen könnten in einer Fremdsprache erfolgen.“
Rüdiger Binkle hat aber noch ein ganz anderes Anliegen. „Immer mehr Jugendliche leiden akut unter Bewegungsmangel.“ Oft sässen sie in ihrer Freizeit lange vor dem Fernseher oder am Computer. Die Auswirkungen seien fatal. Unbeweglichkeit und Übergewicht seien die Folgen. Da biete der Wald und der Robinsonspielplatz viele Möglichkeiten und wirke sicher motivierend. „Wer nur schon eine Hütte bauen will, der muss sich bewegen!“
     
 
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