Minerva Newsletter Ausgabe 02 | Juni 2010
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Newsletter führt zur EFQM Zertifizierung

Die Minerva Schulen entwickeln sich stetig weiter. Neben der Qualität des Kerngeschäftes – also dem Unterricht - versuchen sie auch den Betrieb den veränderten Verhältnissen immer neu anzupassen. Als jüngstes Kind entspringt dieser Newsletter dem Innovationsgeist des Lehrerkollegiums. Mit der Realisierung dieses und zwei weiterer Projekte erfüllen die Minerva Schulen Basel die Anforderung, um durch die „European Foundation of Quality Management“ zertifiziert zu werden.

Nun ist es auch offiziell. Die Minerva Schulen Basel werden als eine der ersten Privatschule in der Schweiz mit dem Gütesiegel EFQM ausgezeichnet. Entsprechend freut sich Projektleiter Bernhard Rieber. Neben den Veränderungen im Unterricht, also dem Kerngeschäft des Betriebes, sei jetzt auch die Struktur der Schule und ihre Organisation unter die Lupe genommen worden. „Wir genügen höchsten Ansprüchen als Unternehmen. Der strenge Blick von aussen durch die EFQM Experten würdigt unseren innovativen Geist im inneren!“

Newsletter eines von drei Projekten

Mindestens vier Mal pro Jahr werden Eltern, Behörden, ehemalige Schüler, Lehrer und Freunde über das Innenleben der Schule informiert werden. „Wir möchten die Eltern als Kunden näher an uns binden“, begründet Rieber dieses Projekt. Neben Berichten über Schulanlässe, Lager und den Schulalltag stellt die Minerva in jeder Ausgabe des Newsletters auch einen Teil des reichhaltigen Angebotes aus dem Schulalltag dar. „Auch unsere Eltern sind immer wieder überrascht, wie vielfältig das Angebot der Minerva ist.“ Der Newsletter soll dieses Bildungsangebot den Eltern nun bewusster machen.

Ehemaligenbetreuung

Doch den strengen Prüfern des Gütesiegels reicht ein Projekt nicht. Eine Schule bereitet junge Menschen aufs Leben vor – wie gut ihr dies gelingt, erfahren die Schüler erst später im Berufsleben. Verständlich für Bernhard Rieber also, dass die Frage des nachhaltigen Erfolges für die Minerva von zentraler Bedeutung sein müsse. „Wir werden in Zukunft ein halbes Jahr nach Schulaustritt und ein zweites Mal nach eineinhalb Jahren mit den ehemaligen Schulabgängern Kontakt aufnehmen. Dabei geht es – neben dem menschlichen Aspekt – natürlich um die Frage, ob die Schüler während ihrer Zeit in der Minerva das nötige Rüstzeug für den Übertritt ins Berufsleben erhalten haben.“ Nur so könne die Qualität des Unterrichtes den veränderten Bedürfnissen angepasst werden.

Optimierung interner Prozesse

Knapp 300 SchülerInnen, 68 Lehrpersonen, die Betreuung,  der Abwart, die Putzequipe, das Personal auf dem Sekretariat und in der Mensa – damit alle Bedürfnisse der in irgendeiner Form am Schulungsprozess Beteiligten unter einen Hut gebracht werden können, muss im Hintergrund des Schulalltages eine riesige Logistik funktionieren. Urs Jenny, verantwortlicher für die Optimierung interner Prozesse, ist sich der Komplexität dieser Logistik bewusst. Viele Handlungsabläufe würden verschiedenste Personen betreffen und sich über Wochen hinziehen. Da sei eine genaue Planung von Nöten. „Nehmen wir einmal das Zeugnis, das die Eltern Ende Juni in Händen halten.“ In diesem Jahr hätte die Arbeit dafür bereits im Januar begonnen. „Wir stellen auf eine neue Software um, in die alle Lehrkräfte neu instruiert werden müssen.“ Damit könnten wir nicht erst im Mai beginnen, wenn die meisten Prüfungen bereits geschrieben sind. „Informatiklehrer müssen Zeit haben, Räume müssen zur Verfügung stehen, und wenn dann die Zeugnisse gedruckt werden, muss auch das Sekretariat über die nötigen Ressourcen für den Versand verfügen.“ Die Minerva hätte mittlerweile eine Grösse, in der Handlungsabläufe minutiös geplant werden müssten. „In unserem Jahreskalender sind verschiedenste Handlungsabläufe „verschriftlicht“. Nur so können wir den Überblick für eine umsichtige Planung behalten.“

 

     

 

 

 

 

 

 

 
Gefahren im Internet

Schulen und moderne Kommunikationstechnologien haben oft ein zwiespältiges Verhältnis zueinander. Nicht so in der Minerva. Auf der einen Seite lernen Kinder der Minerva Schulen bereits im Kindergarten spielerisch den Umgang mit dem Computer. Auf der andern Seite dient auf der Oberstufe das Internet als Lieferant von Wissen in verschiedenen Fächern. Neben diesem Umgang im Unterricht existieren in der Minerva verschiedene Plattformen, auf denen zwischen Eltern, Lehrkräften, Behörden und Jugendlichen Daten hin und her fliessen. Die Lehrerschaft ist sich der Gefahren bewusst, die der Umgang mit dem Internet auch birgt.

Volker Seibold ist Informatiklehrer. Regelmässig unterrichtet er im Informatikraum im Wildensteinerhof Jugendliche und führt sie in die Geheimnisse des World Wide Web ein. Neben einem Beamer, der einen Bildschirm auf eine Leinwand projiziert, steht für jeden Schüler ein Computer mit Internetzugang für die ganze Lektion zur Verfügung. Volker Seibold ist sich des Privilegs bewusst: „Wir sind technisch auf dem neuesten Stand. Vom Kindergarten bis ins 10. Schuljahr steht jedem Schüler während mehrerer Stunden pro Woche ein Arbeitsplatz mit Internetzugang zur Verfügung.“

Die Welt ist eine Google

Im Unterricht geht es Volker Seibold aber nicht nur darum, den SchülerInnen zu zeigen, wie zum Beispiel das Programm Internetexplorer funktioniert. „Mit dem Internet steht uns plötzlich alles Wissen der Welt zur Verfügung. Wie wir an dieses Wissen herankommen – dies ist neu Teil der Kulturtechniken.“ So habe die Schule heute eine weitere Aufgabe, die früher im Nachschlagen eines Lexikons endete.

Gleichzeitig böten die vielen neuen Möglichkeiten aber auch Schwierigkeiten. „Uferlos ist das Netz, allzu oft surfen die Jugendlichen irgendwo umher. Wir müssen sie anleiten, wie sie die richtigen Informationen finden können.“ Daddeln nennt der Fachmann das ziellose Umhersurfen, und dies habe mit Schulunterricht nichts zu tun.

Zielsicheres Fischen in der Infoflut

Wichtig für Volker Seibold sind unter anderem auch immer wieder die gleichen Websites. Wikipedia gilt für ihn dabei als wichtiger Wissenslieferant. Toleranz oderRespekt seien Beispiele aus dem Unterricht, die die Kinder mit Hilfe der elektronischen Enzyklopädie zu erforschen versuchten. Dabei gab es viele Diskussionen. „Wer glaubt, mit dem Finden einer Definition sei die Arbeit bereits abgeschlossen, der sieht sich getäuscht. Erst die Auseinandersetzungen danach und das Reflektieren in der Gemeinschaft macht die Arbeit am Computer für uns sinnvoll.“ Schliesslich gälte ja für den Computer das gleiche wie für das Lesen und das Schreiben. „Kulturtechniken entwickeln ihren Sinn erst im Zusammenleben.“  

Gefahren im Netz

Grundsätzlich besitzen die Computer in den Minerva-Schulen keine speziellen Filter. Konkret heisst dies, das Internet steht zur Verfügung wie in den meisten Fällen zu Hause auch. Dennoch ist die Situation nicht vergleichbar. Die Kinder hätten im Unterricht immer eine Aufgabe und seien auch begleitet. „Kein Kind tummelt sich während meiner Lektionen irgendwo im Netz herum. Suchen müssen sie, doch ich habe jederzeit alle Bildschirme in einem kleinen Format auf dem Lehrerbildschirm. Ein Ausbrechen ist da nicht möglich.“ Anders sei die Situation in vielen Fällen zu Hause. Für den Pädagogen Seibold bestünde da die grösste Gefahr. „Haben Jugendliche zeitlich unbegrenzt und ohne Aufsicht Zugang zum Internet, so können sie beim Surfen leicht auf Sites gelangen, die nicht für sie bestimmt sind. Dabei sind die Jugendlichen oft auch kompetenter als ihre Eltern.“ Die Gefahren seien dabei vielseitig. „Neben Pornografie und der Verherrlichung von Gewalt bereitet Cyber-Mobbing in Pädagogikkreisen immer wieder Kopfzerbrechen.“ Unbegleitete Freizeit mit unbegrenztem Zugang zu den Medien sei dabei oft Voraussetzung der Gefährdung.  

Dieser Beitrag ist Teil einer weiterführenden Artikelserie, die wir als Serviceleistung für die Eltern verstanden wissen möchten. In einem nächsten Newsletter möchten wir mit einem Fachmann konkreter auf die möglichen Gefahren eingehen. Was gibt es für Gefahren? Wo lauern sie? Wie kann man sie erkennen? Wie kann man sie eliminieren? Gleichzeitig gibt es auch viele sehenswerte Sites. Auch diese möchten wir mit einem Fachmann aufspüren und die Elternschaft darauf hinweisen.
     

 

 

 

 

 
Minerva fördert Hochbegabte

Überdurchschnittliche Begabung von Kindern kann zum Problem werden - dann nämlich, wenn ihnen die  Schule über längere Zeit zu langweilig wird. In besonderem Masse ist daher die Progymnasiale Abteilung der Sekundarstufe PG gefordert.
Seit einigen Jahren bieten die Minerva Schulen Basel Workshops für Hochbegabte an. Das  Angebot stellt hohe Anforderungen an die Jugendlichen. Neben einer grossen Neugierde im Wissensbereich und einer schnellen Auffassungsgabe brauchen sie viel Selbstdisziplin. Denn während der Workshops geht der normale Schulbetrieb weiter. Den versäumten Schulstoff müssen die Jugendlichen in eigener Regie nacharbeiten.

Wenig erinnert an ein Schulzimmer im Dachstock des Schulhauses Wildensteinerhof. Büchergestelle mit Nachschlagewerken, Arbeitsplätze mit Internetanschlüssen und Schautafeln, die zum Beispiel das Sonnensystem erklären, hängen an den Wänden. Hier, hoch über dem Pausenhof, erforschen die Hochbegabten der Progymnasialklassen der Minerva Schulen Basel Düsentriebwerke, die Keplerschen Gesetze oder gehen zum Beispiel der Frage nach, wie ein Atomkraftwerk funktioniert.

Kevin besucht seit ein paar Jahren Workshops für hochbegabte. Acht Stunden stehen ihm pro Woche zur Verfügung, um zum Beispiel herauszufinden, was  denn alles in der Wolke beim AKW Gösgen in die Luft gelassen wird. „Wasserdampf“, konstatiert er, „nix mit Cheminéerauch oder dergleichen.“ Der Workshop über Kernkraftwerke machte ihn zum Experten. Warum werden Kernkraftwerke gebaut? Wie funktionieren sie? Welche Probleme gibt es mit der Kernenergie? Diese Fragen leiteten Kevin durch den Workshop. Neben den Nachschlagewerken diente vor allem das Internet als Wissenslieferant. Nach jedem Workshop fassen die Schüler und Schülerinnen in einem Portfolio ihre Arbeiten zusammen.

Begabung als Fluch

Kevin ist eines jener Kinder, das vom Schulpsychologischen Dienst als hochbegabt diagnostiziert wurde. Neben der Freude, endlich in die Schule gehen zu können, begannen für ihn auch schon in der ersten Klasse die Probleme. „Im Unterricht war es  mir langweilig, ich begann zu stören und rief die Lösungen der Rechnungen einfach in die Runde“, erinnert sich Kevin an die vergangene Zeit. „Jetzt hier in der Minerva habe ich die Möglichkeit, mir meine Fragen selbst zu beantworten.“ Und die sind im Vergleich mit seinen Alterskollegen für einen Schüler im ersten Progymnasium ungewöhnlich. Hört man Kevin zu, so erinnert aber nichts mehr an die Langeweile vergangener Schultage. Über Wölfe kann er genau so berichten wie über die Berechnung der Umlaufbahnen der Planeten. Doch die Anforderungen seien hoch, unter anderem auch deshalb, weil die Workshops während der normalen Schulzeit stattfinden. „Die Noten dürfen nicht in den Keller sausen. Ich muss mir den versäumten Schulstoff selbst beibringen.“ Kevin streicht die Disziplin hervor und das Arbeitsverhalten. „Nur wer hier wirklich arbeiten will, der  kann  in den Workshops reüssieren.

     

 

 

 

 

 

 

 
Minerva erweitert Betreuungsangebot für Jugendliche

Kinder berufstätiger Eltern sind nach der Schule oft unbeaufsichtigt zu Hause. In vielen Fällen führt dies zu erheblichen Problemen. Die Minerva Schulen Basel erhöhen jetzt das Betreuungsangebot für Jugendliche an Nachmittagen. 

Das Problem ist nicht neu. Gehen in einer Familie beide Elternteile einem Broterwerb nach, so verbringen die Jugendlichen einen grossen Teil ihrer Freizeit unbeaufsichtigt zu Hause oder auf der Strasse. Schulleiter Christian Straub kennt das Klagelied vieler Eltern: „ Einige haben gar keine Möglichkeit mehr, ihre Pflichten den Jugendlichen gegenüber wahrzunehmen. Sie schaffen den Spagat zwischen Existenzsicherung und Erziehungsarbeit nicht mehr.“

Geprüfte Jugend

Leidtragende sind in allen Fällen die Jugendlichen.  Liv Rosendahl, Sozialpädagogin in den Minerva-Schulen Basel, betreut nach dem Unterricht Jugendliche aus verschiedenen Klassen. „Was hast du für Hausaufgaben? Wie lief es dir in der Prüfung? Bist du zufrieden mit dem heutigen Schultag?“ seien Fragen, mit denen sie und ihr Team die Jugendlichen an den Nachmittagen in Empfang nähmen. Oft seien es aber auch soziale Schwierigkeiten, die die Jugendlichen in der Betreuung zur Sprache brächten.  „Es ist uns wichtig, dass wir genau diesen familiären Rahmen bieten, den viele durch die Umstände heute leider vermissen.  Wir gehen auf ihre Stimmungen ein, mit denen sie den Unterricht verlassen.“ 

Eltern entlastet

Die Betreuung soll die Eltern entlasten. Für Liv Rosendahl ist es daher wichtig, dass nach der Schule die Hausaufgaben speditiv erledigt werden. „Wir lernen auf Prüfungen, kontrollieren die Verbesserungen und fragen Vokabeln ab.“ Wenn nötig würden sie aber auch zusammen die Schulsäcke aufräumen oder Hefte einfassen. Dass die Jugendlichen direkt in den Räumlichkeiten der Schule betreut werden, bringt Liv Rosendahl und ihrem Team zusätzliche Vorteile. „Stellen wir fest, dass ein Buch oder ein Heft für die Hausaufgaben fehlt, so ist das im Nu im Klassenzimmer geholt.“  Ausreden, die Hausaufgaben nicht erledigen zu können, gebe es keine mehr. Und am Feierabend müssten die Eltern sicher keine Rechnungen mehr korrigieren. 

Aktive Freizeit

Neben den Pflichten ist der Sozialpädagogin aber auch die Musse ein grosses Anliegen. Nach einem reichhaltigen „Zvieri“– immerhin entwickeln sich in diesem Alter die Jugendlichen körperlich stark – bleibt immer Zeit, zusammen noch etwas zu unternehmen. Im Winter lädt die Kunsteisbahn zu Besuchen, im Sommer ein Gartenbad zum Schwimmen.  Hoch im Kurs stehen bei den Jugendlichen auch immer wieder allerlei Spiele im Hof oder im Schulhaus. Wie die Gestaltung der Freizeit aber letztendlich aussieht, dies sei das Resultat eines intensiven Prozesses. „Manchmal ist es die Mehrheit, die bestimmt, manchmal teilen wir auf, manchmal bestimmt aber auch das Leitungsteam.“ Auch dies sei eine familiäre Realität. Nur eines kommt für Liv Rosendahl nicht in Frage: „Rumhängen, das lassen wir die Jugendlichen nicht.“

Die Betreuung findet täglich nach Schulschluss
bis um 18 Uhr statt. Am Freitag kommen die Jugendlichen etwas früher nach Hause. Die Betreuung endet dann um 15.30 Uhr.
Eingeschlossen in die Betreuung ist die Verpflegung der Jugendlichen, die Erledigung der Hausaufgaben und die Gestaltung der Freizeit.

Minerva Schulen Basel
St.Alban-Vorstadt 32 • 4052 Basel
Tel: 061 278 98 88 • Fax: 061 278 98 89
E-Mail: info@minerva-schulen.ch
Internet: www.minerva-schulen.ch

     

 

 

 

 

 

 

 
Dem Storch in die Augen geschaut

Bevor er einen Frosch frisst, guckt er ihn an. Kinder der Basisstufe der Minerva  Schulen Basel beobachten Störche im Freien. Im Klassenzimmer verarbeiten die Kinder ihre Eindrücke. Während die Erst- und die Zweitklässler vor allem die Kulturtechniken erlernen, liegt für die Kinder des Kindergartens das Schwergewicht im bildnerischen Gestalten. Die Verarbeitung in der Basisstufe vereint die Arbeitsweisen von Kindergarten und Primarschule.

Die fünfjährige Sabine ist begeistert: „Bevor ein Storch einen Frosch frisst, guckt er ihn lange an!“ Zusammen mit ihren Klassenkameraden nähert sich Sabine einem Storchenpärchen auf der Wiese. Die Kinder sind fasziniert von den Tieren, die aus ihrem Winterquartier wieder zurückgekehrt sind. Die Exkursion der Basisstufe der Minerva Schulen Basel ist Teil des Naturkundeunterrichtes.
Rein äusserlich unterscheidet sich diese Klasse nicht von anderen Unterstufenklassen. Zurück im Schulzimmer sind die Unterschiede jedoch unübersehbar. Während die Kindergartenkinder wie die Störche im Zimmer umher stolzieren, schreiben die Erstklässler Wörter wie Beine, Schnabel oder Storch an die Wandtafel. Die Zweitklässler lesen einen Text über die Speisekarte des Storches.

Sanfter Schuleinstieg

Unterstufenlehrer Martin Schumacher ist begeistert von der Basisstufe. Seit drei Jahren kann er die Kinder aus dem Kindergarten individuell an die Primarschule heranführen. „Bei mir im Unterricht kann jedes Kind nach seinem Lerntempo und Entwicklungsstand arbeiten.“ Seit Jahren bereitet der Übergang zwischen Kindergarten und Primarschule sowohl den Kindern wie auch der Institution Schule erhebliche Probleme. „Viele Kinder sind nach dem Kindergarten noch zu verträumt und können nicht einem organisierten Unterricht folgen. Andere können am ersten Schultag in der Primarschule bereits lesen, schreiben und rechnen.“ Die Schere der Fähigkeiten habe sich enorm geöffnet, die Arbeit vor der Wandtafel sei daher anspruchsvoller geworden. Primarlehrer Schumacher ist überzeugt, dass diese veränderten Verhältnisse auch die Schule nachhaltig verändern müssen. „Die Basisstufe ist eine tolle Chance, Niveauunterschiede in einer Klasse auszugleichen.“

Skeptische Lehrerschaft in der Nordwestschweiz

Trotz dieser positiven Erfahrungen in der Minerva, die Pädagogen der Kantone Basel- Landschaft und Basel-Stadt tun sich schwer mit der Neugestaltung des Schuleintrittes. Mehrheitlich haben sich LehrerInnenvertreter der beiden Kantone unmissverständlich gegen eine Änderung des Systems ausgesprochen. Dies, obwohl die Probleme in den Schulen gross sind. Für Schulleiter Christian Straub ist klar: „Eine Basisstufe ist teuer.“ Neben mehr Lehrkräften und daher auch höheren Personalkosten brauche es auch eine andere Einrichtung in den Schulzimmern. „ Wir sind überzeugt von diesem Konzept, daher leisten wir uns die Basisstufe.“

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Doktor Faust besucht die Minerva

Mit der Theateraufführung „Doktor Faust“ brachte die Klasse PG5+ einen Klassiker der Weltliteratur auf die Bühne des Wildensteinerhofes. Kurz vor dem Abschied von der Schule stellte diese Produktion ein Kraftakt erster Güte für alle Beteiligten dar. Neben der historischen Thematik, die auf den ersten Blick wenig mit der Realität eines heranwachsenden Jugendlichen im 21. Jahrhundert zu tun hat, stellte der Erwerb der Bühnensprache eine grosse Herausforderung dar.

Klassenlehrer Martin Furter und Regisseur Markus Kenk schauen zufrieden auf die vergangenen Wochen zurück : „Obwohl sich die Klasse Ende Juni auflösen wird und alle Schüler in verschiedene  Richtungen „davonfliegen“, hat die Arbeit am „Faust“ die Gruppe nochmals zusammengeschweisst.“ Motivationsprobleme habe es keine gegeben betonen beide: „Sogar am Samstag und Sonntag haben wir intensiv zusammen geprobt und dabei auch viel Spass gehabt.“

Hohe Feedbackkultur

Kritik anzunehmen und die Anregungen dann auch entsprechend auf der Bühne  umzusetzen ist nicht immer einfach für Jugendliche dieser Altersgruppe. „Theater heisst für die Schülerinnen und Schüler auch, sich zu öffnen und eine unbekannte Seite von sich zu zeigen. Das braucht zum einen Mut, zum anderen aber auch Vertrauen in die gesamte Gruppe.  Die Jugendlichen waren mit hohem Engagement und viel Herz bei den Proben dabei. An einzelnen Szenen musste stundenlang gefeilt werden, um sich zum Schluss dem Optimum zu nähern. Der Klasse  gelang es extrem gut, die Verbesserungsvorschläge der Regie anzunehmen und umzusetzen.

Unterstützung vom Theater Basel

Unterstützt wurde die Klasse auch durch das Theater Basel. Neben den historischen Kostümen, die das Schauspielhaus zur Verfügung stellte, arbeitete auch eine Visagistin  hinter der Bühne mit. Es war erstaunlich, wie sie die Gesichter verändern konnte. Standen vor dem Schminken noch die bekannten Schülerinnen und Schüler hinter den Kulissen,  waren es einige Zeit später plötzlich Doktor Faust oder Mephisto, die selbst ihren eigenen Eltern ziemlich fremd vorkamen.

Aus dem Unterricht auf die Bühne

„Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor!“ Jeder Maturand kennt diese Sätze! Goethe schrieb sie im Jahre 1808 und brachte mit ihnen die Thematik des Fausts auf die Weltbühne der Literatur. Die Geschichte selbst ist jedoch viel älter. Es existieren Handabschriften aus dem 17. Jahrhundert.  Im Unterricht habe die Klasse eine rekonstruierte Version von Karl Simrock aus dem Jahre 1846 gelesen, die ursprünglich als Puppenspiel verfasst war, erklärt Markus Kenk den Werdegang bis zur Bühnenreife im Wildensteinerhof.  „Nach langen Diskussionen entschied sich die Klasse, das Werk als Theaterstück aufzuführen.“ Sprachlich reiche Simrocks Text jedoch nicht an jenes des Meisters Goethe heran, doch  der Wortwitz und der Unterhaltungswert seien beachtlich. „Viele Lacher zeigten, wie begeistert das Publikum von der Aufführung war. Und dies nach nur zweieinhalb Wochen intensiver Vorbereitung!“ Sowohl für die SchülerInnen wie auch für die beteiligten LehrerInnen wird die ganze Arbeit am Stück in schöner Erinnerung bleiben.  „Es war intensiv und kurzweilig, so kurz vor dem Auseinandergehen sind wir noch einmal intensiv zusammengekommen.“

Link:
Video - Ausschnitte

     

 

 

 

 

 


 

 

 
Portfolio Ausstellung stösst auf reges Interesse

Zum ersten Mal stellten alle Progymnasiasten, Real- und SekschülerInnen der Minerva-Schulen Basel gemeinsam ihre Portfolio Arbeiten aus. Neben wissenschaftlichen Fragestellungen waren auch Sprachthemen sehr beliebt. Der Ausstellung vorausgegangen war eine intensive didaktische Schulung der Lehrerschaft in der Portfolio Arbeit. Das Interesse der Eltern an den gezeigten Arbeiten war gross. Vor allem die Vielfalt begeisterte die Besucher.

Reallehrerin Kathrin Landis kann sich gut an die intensive Portfolioarbeit in ihren Klassen erinnern. Das Reflektieren über den Arbeitsprozess und das selbständige Arbeiten sei für ihre Realschüler eine grosse Herausforderung gewesen. Die Jugendlichen hätten sich immer wieder Fragen stellen müssen, die im normalen Unterricht keinen Platz gehabt hätten. „Was weiss ich bereits? Was fehlt mir noch? Wie erhalte ich diese Informationen? Und dann vor allem – wie stelle ich meine Erkenntnisse dar?“ Um diese Fragen sei niemand herumgekommen. „Portfolio heisst für mich, von oben immer wieder den eigenen Arbeitsprozess zu beobachten und sich selbst in Frage zu stellen.“ Portfolio setze eine grosse Reife voraus.

Am Anfang waren die indigenen Völker

Ausgegangen war Kathrin Landis mit ihrer Klasse von den indigenen Völkern Nordamerikas. In einem allgemeinen Teil erarbeiteten sich alle zusammen im Klassenunterricht die geographischen Voraussetzungen. Dabei ging es darum, wo Nordamerika liegt und wie es dort aussieht. Dies sei wichtig um zu verstehen, wie indigene Völker hausen und wovon sie sich ernähren. „Was wächst dort? Wie sieht die Landschaft aus? Welche Tiere leben dort?“ 

Als Portfolioarbeiten beackerten die SchülerInnen dann einen von ihnen ausgewählten Lebensraum: Zum Beispiel den Südwesten Nordamerikas. In diesem trockenen Gebiet werden hochhausartige Dörfer aus Lehm gebaut.  In diesen  sogenannten Pueblos leben die Hopi. Sie ernähren sich hauptsächlich von Mais. Die Informationen erhielten die Kinder aus dem Internet und aus vielen Büchern aus der eigenen Bibliothek.

Von Radiosendung bis Leporello

Eine andere Ausgangslage hatte Progymnasiallehrer Richard Harvell. In den 4. und 5. Klassen unterrichtet er Englisch on „a top level“, wie er sagt. „Literatur ist bei uns ein zentrales Thema. Schlage ich ein Buch zur Lektüre vor, so ist die Begeisterung bei den SchülerInnen leider oft eher begrenzt.“ Mit der Portfolioarbeit gelang es jedoch, die Jugendlichen für die Literatur zu gewinnen. „Motivationsprobleme für die Portfolioarbeit gab es kaum.“ Grund dafür dürfte unter anderem die freie Wahl der Präsentationsmöglichkeiten gewesen sein. Neben den eher klassischen Darstellungsarten wie Tagebüchern und Zeitungen kamen die Buchbesprechungen auch in elektronischer Form daher. „Meine Webdesignercracks in der Klasse gestalteten Websites zu ihren Büchern. Ein Junge nutzte seine Radioerfahrung und gestaltete einen Radiobeitrag zu seinem Buch.“
Vorausgegangen diesen Präsentationen war aber eine intensive Arbeit in der Klasse. Zu fünf Themen mussten sich die Jugendlichen in ihren Buchbesprechungen äussern. Eine Rezension mussten sie schreiben, den Autor vorstellen, den Charakter einer Person darstellen und auch über den Schreibstil des Autors berichten. Ein fünftes Thema durften sie zusätzlich selbst wählen.

Highlight im Schulalltag

Gross war das Echo der Ausstellung bei den MitschülerInnen, ihren Eltern und den Lehrkräften. Viele waren beeindruckt durch die grosse Vielfalt an Themen und Präsentationsformen. Über vierzig Arbeiten von Kunst bis Sprache, von Wissenschaft bis Sport zeugten von der intensiven Auseinandersetzung während der letzten Wochen. Sowohl für die Jugendlichen, für ihre Eltern wie auch für die Lehrerschaft bildete die Portfolioausstellung ein Höhepunkt in der Agenda des Schuljahres.  

     
 
Real für eine Woche in Wutachschlucht

Das diesjährige Sommerlager führte die drei Realklassen in die Wutachschlucht im Hochschwarzwald. Die wilde Natur und das garstige Wetter forderten von den Jugendlichen und der Lehrerschaft Nerven und Ausdauer. Neben Wanderungen dem idyllischen Bach entlang und einem Mädchen- respektive Bubentag beeindruckte vor allem der Ausflug in den Schwarzwaldpark. Hier leben Wölfe neben Wildschweinen und Mufflons neben Affen. Begeisterung lösten die Flugkünste der Alder und Falken aus, die auch die Nähe zu mehr als dreissig Realschulkindern nicht beeindruckte. Wem dies alles nicht genügte, der konnte sich zusätzlich auf einer Rodelbahn den Hang hinunterstürzen.

Link:
Zur Bildergalerie

     
 
Minerva Schulen Basel
St.Alban-Vorstadt 32 • 4052 Basel
Tel: 061 278 98 88 • Fax: 061 278 98 89
E-Mail: info@minerva-schulen.ch
Internet: www.minerva-schulen.ch