Minerva Newsletter Ausgabe 03 | Oktober 2010
 

 

 

Sehr geehrte Eltern,
s
ehr geehrte Interessierte

Dies ist die dritte Ausgabe des Minerva Newsletters in diesem Jahr.

Auch mit dieser Ausgabe wollen wir Ihnen wieder vielfältige Informationen aus unserem Schulgeschehen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I und interessante Themen aus dem Bereich Schule und Erziehung vermitteln.

Ich wünsche Ihnen eine interessante und kurzweilige Lektüre. 

Freundliche Grüsse

Christian Straub
Unternehmensleiter der
Minerva Schulen Basel
straub@minerva-schulen.ch

 

 

     

 
Herzlich willkommen - neu in der Minerva

Sylvia Walter, Karolina Kowalski und Shabib el Saadoun sind die drei neuen Lehrkräfte, die uns seit Anfang August 2010 unterstützen. Was bewegt diese drei, die Lücken von Martin Schumacher, Torsten Schäfer und Patrick Hof zu schliessen? Woher kommen sie und was möchten sie? Hinter den drei Namen stecken Lebensläufe, die ihre Ursprünge in Berlin, Bagdad und auch in Basel haben. Hinter den drei Namen stecken aber auch Erfahrungen aus anderen Kulturen. Gemeinsam ist ihnen, die pädagogischen Anliegen der Minerva Schulen Basel in den Schulalltag zu tragen.

Für Sylvia Walter geht ein Wunsch in Erfüllung. In einer kleinen Schule, in der man sich gegenseitig kennt, besteht eine familiäre Atmosphäre. Das kommt auch den Kindern zugute. „Begeistert bin ich von der Arbeitsweise in der Basisstufe. Zusammen mit einer Kindergartenlehrkraft und einer Praktikantin ist die individuelle Förderung der Kinder für mich als Primarlehrerin in unserer kleinen Klasse besonders gut möglich.“
Die Kinder lernen ihrem Entwicklungsstand entsprechend. „Bringt eine Mutter eine Katze in die Schule, so betrachten wir alle zusammen wie sie schleicht, frisst und sich versteckt.“ Die Auswertung sei dann altersadäquat. Die Zweitklässler schreiben ihre Beobachtungen auf, die Erstklässler schreiben einzelne Wörter und malen dazu, und die Kindergartenkinder imitieren die Bewegungen.
Frau Walter kommt aus der Umgebung von Berlin in Deutschland und wohnt im Grenzgebiet Südbadens. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Als Primarlehrerin und Heilpädagogin bringt sie sehr viel Berufserfahrung mit. Zuletzt arbeitete sie in unserer Partnerschule SIS und in der Sprachförderung im Vorschulbereich.
Schulerfahrung als Lehrkraft bringt auch Karolina Kowalski bereits mit. Ihre Sporen als Junglehrerin verdiente sie sich im Brückenangebot (10. Schuljahr) der Stadt Basel ab. Jetzt unterrichtet sie Mathematik und Englisch in der Sekundarschule der Minerva. Nach kurzer Zeit fühle sie sich im Kollegium bereits wie zu Hause: „Ich wurde mit offenen Armen empfangen. Brauche ich Hilfe, so stehen KollegInnen bereit.“
Die Arbeit im Team kennt Karolina Kowalski auch aus ihrer Freizeit. Schon mit 10 Jahren ging sie mit dem Circus Basilisk auf Tournee. Ihre Leidenschaft galt der Akrobatik am Boden und auf dem Trapez. Auch heute ist sie dem Circus noch treu. Als Trainerin fördert sie Jugendliche in Boden- und Partnerakrobatik. Bei dieser Arbeit sei sie immer wieder auf ein gutes Zusammenwirken verschiedenster Kräfte angewiesen. „Wir sind füreinander da, haben Rechte aber auch gegenseitige Pflichten.“ Und dieses Geben und Nehmen sei unter der Zirkuskuppel genau so wichtig wie im Schulalltag.
Geben und nehmen im Schulalltag muss auch Shabib el Saadoun. Sein Alltag ist seit seiner Kindheit geprägt durch Sport. 1998 emigrierte er aus Bagdad nach Europa und studierte dann in Basel Sportpädagogik. Shabib el Saadoun ist verheiratet und Vater von vier Jungen.
 

 

     

 

 
1988 Olympiade in Seoul, jetzt Alltag in der Minerva!

Shabib el Saadoun unterrichtet seit diesem Schuljahr das Fach Sport im Progymnasium und der Sekundarschule. Als Leichtathlet war Shabib el Saadoun in seiner Jugend für den Irakischen Leichtathletikverband aktiv. Zu einem seiner grössten Erfolge zählte die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Seoul im Jahre 1988. In seiner Disziplin, dem 400 Meter Hürdenlauf, erreichte er zahlreiche internationale Siege.

Im Jahre 1998 hast du den Irak verlassen. Dies war eine eher ruhige Zeit zwischen dem zweiten Golfkrieg und der Invasion der Amerikaner. Was waren deine Beweggründe, deine Heimat zu verlassen?
Es gibt viele Gründe, die Heimat zu verlassen. Die ehemalige Regierung war sehr brutal. Meinungsfreiheit war nicht erlaubt. Man konnte nicht einmal mit seinem Bruder oder seiner Familie über Politik diskutieren. Die Angst vor der Regierung, dass sie den Geheimdienst auf uns ansetzt, die war sehr gross. 

Was führte im Endeffekt dann zur Flucht?
Ich war ein Spitzensportler und habe zahlreiche internationale Siege errungen. An den Arabischen Meisterschaften im Jahre 1989 nahm ich ebenfalls teil. Bei den Wettkämpfen wurde ich dann krank und litt an  Magenbeschwerden. Daher waren meine Leistungen nicht gut. Mir wurde vorgeworfen, ich sei ein Verräter.
Als wir nach Bagdad zurückkehrten, durfte ich nicht mehr für die Nationalmannschaft starten. Ich musste meine Sportkarriere beenden. Dies geschah gegen meinen Willen. Mein Lohn wurde gesperrt. So beschloss ich, das Land zu verlassen.

Wie ist die Situation heute politisch im Irak?
Die Situation ist sehr gefährlich und unsicher. Seit den Wahlen im März 2010 gibt es keine funktionierende Regierung. Die Parteien kämpfen gegeneinander. Jede Partei hat ihre Milizen, die um die Macht kämpfen. Daneben gibt es Korruption und Bestechung. Die Demokratie, wie sie von den Alliierten versprochen wurde, ist für uns eine gehässige Lüge. Damals hatten wir einen Diktator. Heute kommen viele Diktatoren. Damals hatten wir einen Dieb. Heute haben wir tausende von Dieben. Das Öl ist für uns ein Fluch und kein Segen. 

Wie müssen wir uns den Alltag in Bagdad vorstellen?
Siebzig Prozent der Iraker sind arbeitslos. Das führt zu einer hohen Kriminalität. Neben dieser sozialen Unsicherheit ist die Infrastruktur zusammengebrochen. So haben wir zum Beispiel kein sauberes Trinkwasser mehr. Krankheiten breiten sich aus. Trotz der hohen Temperaturen gibt es nur während zweier Stunden Strom am Tag.
Dieser Alltag steht im krassen Gegensatz zu früher. Natürlich hatten wir vor dem Sturz Angst vor der politischen Verfolgung, vor Folter und Ermordung. Im Alltag jedoch war die Situation ruhig. Wir konnten in den Parks spazieren. Wir konnten in die Kinos gehen und Ausflüge machen. Die Schulen, Universitäten und auch die Spitäler waren gratis. 

Du bist im Irak aufgewachsen. Wie unterscheidet sich die Situation eines Jugendlichen hier zu jener deiner eigenen Jugend?
Die Jugendlichen hier in Basel haben alles. Es gibt öffentliche Parks, es gibt viele und schöne Stadien, es gibt viele Leichtathletikanlagen und auch viele Spielplätze. Jede Schule hat eine moderne Sporthalle und es hat Schwimmbäder. Wir mussten im Tigris schwimmen lernen, bei jedem Wetter.
Hier ist es ruhig und stabil. Die Regierung arbeitet für die Jugend und unterstützt sie sehr.

Wie geht es dir nach den ersten Wochen in der Minerva?
Ich freue mich riesig über meine Tätigkeit in der Minerva. Wichtig bei der Arbeit mit den Jungen ist für mich Vertrauen, Motivation und Pünktlichkeit. Ich habe gute Schüler, manche sind begabt und machen sehr gut mit. Einige sind leider unmotiviert. Ich werde versuchen, so viele wie möglich zu motivieren. Ich bin mit meinen Schülern aber zufrieden.
Neben der Arbeit mit den Jungen freut mich besonders die Zusammenarbeit mit der Schulleitung und meinen KollegenInnen. Alle sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir sind hier wie eine Familie in der Minerva. Für die Arbeit braucht man eine gute Stimmung. Die haben wir zusammen.

Dein Leben gilt dem Sport. Was machst du heute noch sportlich?
Ich betätige mich heute als Kadertrainer beim Nachwuchs und den Aktiven des Leichtathletik Clubs Basel. Meine Athleten haben im Jahre 2007 an der Schweizer Meisterschaft in Magglingen über 60 m Hürden hervorragende Resultate erreicht. Im Juli habe ich die zweit höchste Lizenz von Swiss Athletics erhalten. Weiter schreibe ich seit zwei Jahren an meinem Buch über die Geschichte der internationalen Leichtathletik. Es wird in Kürze veröffentlicht.
Ja, und dann brauche ich natürlich auch Zeit für meine Frau und meine vier Söhne, die ja vielleicht einmal als Hürdenläufer eine Staffel bilden werden….

     

 
Was tut der Abfall der Erde an?

Eigentlich wollten Saskia Schicha und Eva Matthias mit der Primar A nur die mittelalterlichen Spuren auf dem Münsterhügel erforschen. Auf dem Weg zurück ins Klassenzimmer blieben sie jedoch mit den Kindern fasziniert vor einer Freilichtausstellung am Rheinbord stehen. Kunst aus Abfall - von Jugendlichen gebastelt - sollte die Passanten sensibilisieren. Hier scheint ein Problem die Anwohner und die Behörden gleichermassen zu beschäftigen – der achtlos hingeworfene Müll. Die Kinder waren so fasziniert von den Kunstwerken, dass sie schnell für das dahinterstehende Thema zu begeistern waren. Aus ihren Fragen entstand das nächste Sachunterrichtsthema. Was tut der Abfall der Erde an?

Gehen Saskia Schicha und Eva Matthias mit der Klasse auf eine Exkursion, so wissen sie genau, was sie anschauen wollen. Im Falle vom Ausflug auf den Münsterhügel kam es allerdings anders. Am Kleinbasler Rheinufer, im Sommer an Wochenenden sozialer Brennpunkt, blieben sie hängen. Schaukästen - von Lehrlingen der Manor gestaltet - wiesen auf ein Problem hin, das die Anwohner und die Behörden gleichermassen beschäftigt: achtlos hingeworfener Abfall. In einer Vitrine stand ein alter Globus, der mit Zigarettenkippen vollgeklebt war. Die Spannung zwischen der Aura des Globus und dem Ekel vor den Kippen liess die Kinder nicht mehr los. Die Botschaft war klar:
„Wir ersticken im eigenen Dreck.“ Für Klassenlehrerin Eva Matthias war mit der Faszination vor diesen Schaukästen das nächste Sachunterrichtsthema geboren.
Zurück im Klassenzimmer kamen dann die vielen Fragen. Wie können wir Abfall vermeiden? Wie können wir Abfall reinigen? Wie können wir Abfall wieder verwerten? Den Pädagoginnen öffnete sich mit diesen vielfältigen Fragen ein breites Lernfeld. Lesen, Schreiben und das Verstehen von Zusammenhängen liegen offensichtlich auf der Hand. Interessanter waren jedoch die Aufgabenstellungen mit offenem Ausgang. So mussten die Kinder aus dem Abfall etwas Neues kreieren. Neben den technischen Fragen – wie lassen sich verschiedene Materialien miteinander verbinden oder wie kann man sie stabilisieren – war für Klassenlehrerin Eva Matthias die Reaktion der Kinder interessant. „Ein Junge schnitt einen Filter auf, schüttete die Körner in eine Petflasche, füllte sie mit Wasser und beobachtete die Reaktion der Körner.“ Ein Experiment, wie es in einem Buch stehen könnte. So interessant die Reaktion der Körner, so erstaunt war Eva Matthias über die Reaktion des Jungen: „Das ist auch Kunst, aber das kann ich nicht erklären.“
So führte die Exkursion der Klasse PA in die Vergangenheit der Stadt Basel und endete bei Experimenten mit offenem Ausgang. Dazwischen lag viel Textstudium über Recycling und Ressourcen, dazwischen lag auch viel Schreibarbeit über Beobachtungen. „Lehrplan erfüllt“, lacht Eva Matthias. Dass dabei die Neugierde der Kinder das Programm des Sachunterrichtes während Wochen bestimmte, freut sie umso mehr.

     

 

 
Sport und Bewegung als „Schlüsselerfahrung“

Rund 200 SchülerInnen aus den Real-, Sekundar- und Progymnasialklassen stellen für eine Woche ihren Stundenplan selbst zusammen. Zur Wahl stehen sechsundzwanzig zweitägige Projekte. Bei den Angeboten geht es darum, dass zwei verschiedene Tätigkeiten gemischt werden. Wer am einen Tag Tischtennis spielt, der übt sich am zweiten Tag in der gewaltfreien Kampfsportart Aikido. Wer auf dem Altrhein mit dem Kanu paddelt, der geht am zweiten Tag nach einer Wanderung im Erlebniskletterwald Lörrach in die Lüfte. Die Vorteile dieser Organisationsform liegen auf der Hand. Die Jugendlichen lernen neue Sport- und Bewegungsangebote auch für ihre Freizeit kennen. So beliebt Fussball und Basketball auch sind, in der Bewegungswoche 2010 gibt es sie nur im Paket mit Waldspielen oder einer Wanderung auf den Blauen.

So machen die Kinder und Jugendlichen auf verschiedenste Art und Weise Erfahrungen mit Bewegung. Die Aktivitäten - auch die unbekannten - kommen an. Freude bereiten immer wieder neue Sportarten, in denen auch Grenzerfahrungen möglich sind. Die Kinder wachsen mit diesen Erfahrungen und gewinnen spürbar an Selbstvertrauen. Ausserdem merken sie, dass Anstrengung sich lohnt und ein gutes Gefühl hinterlässt. Diese Schlüsselerfahrung in den Schulalltag zu integrieren ist Ziel der Bewegungswoche. Gelingt es, Jugendlichen einen positiven Zugang zu Sport und Bewegung zu ermöglichen, kommen die Minerva Schulen einem wesentlichen Teil ihrer pädagogischen Zielsetzung näher – einer ganzheitlichen Erziehung.
Die Projektwochen „Sport und Bewegung“ sind an den Minerva Schulen Tradition und werden seit vielen Jahren regelmässig durchgeführt.

Link:
Programm Bewegungswoche

     

 
Alter Wein in neuen Schläuchen – die Minerva im Landdienst!

In der Woche vom 22. zum 28. August 2010 blieben die Schulbänke der Klassen 4a und 4b leer. Grund: Die 22 Schülerinnen und Schüler tauschten für eine Woche ihr Schulzimmer mit einem Stall. Melken, Misten und Füttern stand für einmal auf dem Stundenplan. Und der war von früh morgens bis spät abends ausgebucht.
Während die Klasse von Nina Ramseyer auf Höfen im Baselbieter Jura tätig war, reiste die Klasse von Nils Walter ins Berner Oberland. Selbst die Hinreise war für einige SchülerInnen ein Abenteuer. Immerhin mussten sie dreimal umsteigen, bis sie in der abgelegenen Region im Emmental auf ihrem Hof ankamen.
Für die beiden Pädagogen ist die Woche ein unverzichtbarer Wert im Jahreslauf. Es sieht nach altem Wein in neuen Schläuchen aus, doch der schmeckt den Jugendlichen erstaunlich gut. “Die Auswirkungen der Woche mit den vielfältigen Erfahrungen spüre ich jetzt auch im Schulalltag“, meint Nina Ramseyer. Für Nils Walter steht mehr noch die ganzheitliche Erfahrung im Vordergrund: „Die Jugendlichen wissen oft nicht mehr, woher unsere Lebensmittel kommen. Der Landdienst führt sie quasi zurück zu den Wurzeln.“

Interview mit Nils Walter:

Wie war die Reaktion der SchülerInnen, als sie vom Projekt Landdienst erfuhren?
Viele waren sehr skeptisch. Sie kannten den Landdienst vom „Hörensagen“. Dennoch war aber viel Vorfreude spürbar. Auch die Nachbesprechungen fielen mehrheitlich äusserst erfreulich aus.

Welches waren die grössten Schwierigkeiten für die Jugendlichen?
Die grössten Schwierigkeiten bestanden meiner Meinung nach vor der Abreise. Wie ist die Familie? Wie werde ich aufgenommen? Kann ich die Arbeit? Alle diese Ungewissheiten stressten die Jugendlichen. Während der Woche bereitete zum Teil die Abgeschiedenheit in den Bergen Probleme.

Haben alle die Herausforderungen prästiert?
Ausnahmslos. Zu meiner Verblüffung durfte ich feststellen, dass alle SchülerInnen ihre Aufgabe gut bis sehr gut erledigt haben. Einige werden sogar wieder auf freiwilliger Basis in den Ferien an ihre Wirkungsstätte zurückkehren. Auch die Rückmeldungen der Bauernfamilien waren positiv.

Was nehmen die Jugendlichen als zentrale Erfahrung auf ihren Lebensweg mit?
Diese Woche werden sie sicher nicht so schnell vergessen. Wenn sie merken, dass eigene Erfahrungen im Gegensatz zu vorgefassten Meinungen stehen, dann ist das viel. Eigene Grenzen überwinden öffnet neue Welten.
Ganz praktisch gesehen lernten sie eine Berufswelt kennen, die durch harte körperliche Arbeit geprägt ist. Zudem können viele nun sicherlich die Milch, das Obst und auch den Käse mehr geniessen.

Worin siehst du den pädagogischen Wert dieser Woche?
Ich persönlich schaue – ähnlich vielleicht wie das dem einen oder anderen Elternteil gehen könnte – gelassener in die Zukunft. Diese Woche gibt mir die Gewissheit, dass „meine“ SchülerInnen in der Realität gut ankommen und sich zurechtfinden.

Inwiefern hat diese Woche das Verhältnis von den Jugendlichen zu den Lehrpersonen verändert?
Aufgaben können uns alle immer wieder fordern. Der eine oder die andere weiss nun, dass der Herr Walter sich im Stall genauso anfängerhaft anstellt, wie SchülerInnen im Landdienst. Wer hat denn von uns schon Schweine gefüttert….

Link:
Bildergalerie

     

 
Internet erobert Kinderherzen – Fluch oder Segen?

Die Zahl der Computer in den Haushalten hat in den letzten Jahren in der Schweiz stark zugenommen. Als Folge davon haben unter anderem immer mehr Jugendliche und Kinder direkten Zugang zum Internet. Altersgrenze nach unten – flexibel. Verbrachte Zeit im Netz - gross.
Gleichzeitig nimmt das Internet auch im Schulalltag einen immer wichtigeren Platz ein. Gerade die Minerva Schulen Basel zeichnen sich durch einen unbeschwerten Umgang mit der neuen Technologie aus. Die Begeisterung für das neue Medium ist sowohl bei Kindern wie auch bei Jugendlichen gross.
Doch wie steht es mit der Verantwortung der Erziehenden? Im Netz lauern Gefahren, denen Heranwachsende nicht unbegleitet begegnen dürfen. Ist das Netz für Kinder Fluch oder Segen? Weder noch, sagen Informatiklehrer der Minerva Basel. Die Frage sei falsch gestellt. Niemand komme auf die Idee, Kinder in einer Stadt alleine in einem gefährlichen Quartier zu lassen und dann ernsthaft zu behaupten, wegen diesem Quartier könnten keine Kinder in dieser Stadt leben.

Chris ist jeden Tag vier Stunden im Netz, Alex gar deren fünf. „Ich game mit meinen Kumpels“, erklärt der Sekschüler den hohen Zeitbedarf, „im Netz finde ich sie schnell.“ Chris braucht das Netz um Musik down zu loaden und ist zusätzlich von Youtube begeistert. Möglich ist dieser hohe Medienkonsum durch die vielen Computer in den privaten Haushalten. Möglich ist er jedoch auch, da die Eltern nicht wissen, was die Kinder und Jugendlichen im Netz alles finden und treiben. „“Ich weiss nicht, was er tut“, ist einer jener Standartsätze überforderter Eltern, wenn es dann zu spät ist. Und so fiktiv unsere zwei Jugendlichen in der Minerva sind, so fiktiv ist auch das Szenario, wie diese Geschichte ausgehen könnte.
Computer und Internet als Sündenbock
Chris und Alex ziehen sich immer mehr zurück. Ihre sozialen Kontakte pflegen sie nur noch übers Netz. In den Pausen finden sie sich in einer Ecke des Pausenhofes zusammen und berichten über die neuen Spiele und Sites. Und die Schulleistungen? Die verschlechtern sich proportional zur Steigerung der Präsenz im Netz. Bis die Eltern Alarm schlagen. Erst durch das Schulversagen werden sie aufgeschreckt und merken, dass etwas grundsätzlich nicht stimmt. Und der Sündenbock ist natürlich schnell gefunden: der Computer, das Internet.
In den Minerva Schulen haben Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis in die höchsten Klassen Zugang zur IT Technologie. Der Computer und das Internet mit ihren Vorteilen sind längst Bestandteil des Schulalltages geworden. Wie steht es da mit der Verantwortung gegenüber den Gefahren, die ja auch objektiv im Netz lauern? Fördert die Minerva die Gefährdung?
Telefon revolutionierte die Kommunikation
Guido Bayer, Informatiklehrer an den Minerva Schulen Basel, relativiert. Wir müssten uns grundsätzlich fragen, was das Internet überhaupt sei. „Internet ermöglicht Kommunikation, wie das Telefon auch. Das ist weder Fluch noch Segen.“ So wie das Telefon Ende des 19. Jahrhunderts ernsthafte Kritiker auf den Plan rief, so sei dies heute auch beim Internet. Es hätte eine Bedeutung, die einer industriellen Revolution gleichkomme und sei unmöglich rückgängig zu machen. Im Falle von Chris und Alex müsse früher hingeschaut werden, dann gäbe es nicht die gleichen Probleme. Daraus resultieren natürlich Anforderungen an die Erzieher. Im Internet hätte es Gutes und Schlechtes wie überall auf der Welt. „Niemand kommt auf die Idee, Kinder den Gefahren der Stadt Basel schutzlos auszusetzen, um dann ernsthaft zu behaupten, Kinder könnten in dieser Stadt nicht leben.“
Anforderungen an die Pädagogik
Guido Bayer fordert einen unverkrampften Umgang mit den neuen Technologien. Dazu gehört auch ein realistischer Bezug zu den Gefahren. „Unsere Aufgabe in der Schule ist es, den Jugendlichen zu einer kritischen Kompetenz zu verhelfen.“ Der grösste Teil im Internet sei unbedenkliche Information. Weiter sei das Angebot an Spielen gross, und da gelte es die Spreu vom Weizen zu trennen. „Wir müssen auseinanderhalten, was sinnvoll und was sinnlos ist. Wir müssen aber auch zeitliche Leitplanken setzen, wie lange Kinder und Jugendliche sich in der virtuellen Welt bewegen dürfen.“
Wäre bei Alex und Chris das Umfeld früher auf den sozialen Rückzug aufmerksam geworden, so wäre den beiden Jungen der schulische Absturz vermutlich erspart geblieben. Beim Erlangen einer kritischen Kompetenz im Umgang mit der neuen Technologie sind Eltern und Pädagogen in gleichem Masse gefordert.
 

 
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