Minerva Newsletter Ausgabe 03 | September 2011
 


 
 
Liebe Eltern, sehr geehrte Damen und Herren

In dieser Ausgabe des Minerva-Newsletters stehen Aktivitäten von Schulklassen oder ganzen Schulabteilungen im Zentrum der Berichterstattung, dabei geht es im Besonderen um den Klimawandel, um die Waldpflege und die Bedeutung des Waldes in der Agglomeration Basel.
Aktivitäten in der freien Natur ausüben, heisst auch immer, dass die Schülerinnen und Schüler unterwegs sind, ausserhalb des Schulareals Neues und Interessantes erfahren. Diese Form von aktivem Wissenserwerb wird an unserer Schule gerne ausgeübt.
Lesen Sie auch den Bericht über unser neues Englischangebot im Kindergarten und in der Basisstufe, wo unsere Kleinsten authentisch und spielerisch Englisch lernen, und über das tolle Projekt zum Thema „Ingenieurwesen“ im Workshop für Hochbegabte.

Ich wünsche Ihnen noch viele sonnige Herbsttage und viel Freude bei der Lektüre der Artikel.

Freundliche Grüsse

Christian Straub
Unternehmensleiter
Minerva Volksschule Basel

christian.straub@minervaschulen.ch

 

     

 
Round a Round the Walnut Tree

Seit dem laufenden Schuljahr werden die Kinder im Kindergarten und in der Basisstufe der Minerva Volksschule in der englischen Sprache unterrichtet. Dabei geht es aber nicht darum, dass das Fach Englisch in der Stundentafel neu erscheint. Vielmehr wird Englisch für einen Schultag pro Woche zur Unterrichtssprache. Die Englischsequenzen werden auf drei Schultage verteilt und ergeben insgesamt den Umfang von einem Schultag.

Charlotte Blum ist begeistert vom Immersionsunterricht. „Es geht mir darum, dass die Kinder ins Englisch eintauchen. Viel nehmen sie auf, wenn sie durch die Sprache umgeben sind.“ So sei die Tonalität vor allem wichtig, die eine Sprache stark charakterisiert. „Die Kinder müssen Englisch ins Ohr bekommen.“

Besonders gut eignen sich die Fächer Turnen und Sachkunde für den Unterricht in einer Fremdsprache. „Wir singen aber auch viel, basteln und spielen. Wichtig ist dabei, dass ich als Bezugsperson nur Englisch spreche“, meint Charlotte Blum weiter. „Der Kanal auf Deutsch muss zwischen mir und den Kindern für einen Moment verstopft bleiben.“

Die ersten Erfahrungen sind durchaus positiv. Die neue Unterrichtssprache wurde von den Kindern gut aufgenommen. „Kinderverse und kleine Tänzchen haben kulturübergreifend etwas Gleiches“, erklärt die Pädagogin. Da sei auch viel verständlich, wenn die Sprache noch nicht genau verstanden werde. Falls dann aber doch einmal für ein Kind die Schwierigkeiten zu gross würden, sei die Klassenlehrerin oft in der Nähe.


„Englisch soll den Kindern Freude bereiten. Und die Freude kommt mit den Liedern und den Tänzen.“ Beim „Ringel Ringel Reihe“ habe die Klassenlehrerin keine Verständigungshilfe mehr leisten müssen.

     

 
Ab in den Wald

An bestimmten Tagen stehen für die Schülerinnen und Schüler der Minerva Realschule die Jungwaldpflege, der Holzschlag oder das Pflanzen von Bäumen statt Mathematik, Deutsch und Englisch auf dem Stundenplan.
In einem Projekt, das diesen Herbst beginnt, werden die drei Klassen der Realschule, die „Real basis“, die „Real media“ und die „Real praktika“ die Patenschaft über ein Stück des Hardwaldes auf dem Gebiet der Gemeinde Birsfelden übernehmen und für dieses Waldstück auch die Verantwortung tragen.

Bei den Waldschultagen, die in den vergangenen zwei Schuljahren einmal pro Monat stattfanden, haben die Minerva-Realschüler bereits regelmässig ihr Klassenzimmer gegen eine natürliche Lernumgebung getauscht. Nun werden sie im Rahmen des auf drei Jahren angelegten Projektes “Försterwelt“ ihr Wissen über das Ökosystem „Wald“ weiter vertiefen können. Gemeinsam mit der schweizweit operierenden Organisation SILVIVA und dem Revierförster Mattiu Cathomen sollen die Jugendlichen typische Arbeiten der Waldpflege in einem zugewiesenen Stück Forst erledigen.
Freilich wird man auch dort nicht ganz um den Schulstoff herum kommen. Da muss zum Beispiel ein Holzschlag angezeichnet werden und ohne Naturkunde wird man die Probleme des Jungwuchses vor Ort nicht verstehen können. Die Arbeit mit den Förstern und Forstwarten wirft auch ein berufskundliches Schlaglicht auf den Wald. Zu jeder Jahreszeit sollen die Realschüler/innen und einmal „ihr“ Waldstück besuchen. Innert drei Jahren soll diese Arbeit einen Einblick in den komplexen Natur- und Wirtschaftsraum einer Waldfläche ermöglichen. In der Region Basel sind die Realschulklassen der Minerva-Volksschule die ersten, die das von der Umweltbildungs-Organisation SILVIVA initiierte Projekt „Försterwelt“ mit Leben füllen. Sie wollen durch ihre Arbeit und Pflege erreichen, dass „ihr“ Wald wächst und gedeiht.

     

 

 
Cambridge Englischexamen mit Erfolg

Seit Jahren nehmen Schülerinnen und Schüler der Minerva Volksschule regelmässig an Englischprüfungen auf verschiedenen Levels teil, die von der University of Cambridge angeboten werden.
Die Minerva Volksschule wird in Zukunft alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarschulstufen „Niveau E“ und „Niveau P“ der 8. und 9. Klassen für die Sprachprüfungen der University of Cambridge anmelden.

Die Schüler/innen des Niveau E werden im 8. Schuljahr einen erfolgreichen Abschluss der KET-Prüfung (Level A2) und im 9. Schuljahr der PET-Prüfung (Level C1) anstreben. Für die Schülerinnen und Schüler des Niveau P werden die PET-Prüfung und die FCE-Prüfung (Level C2) im Vordergrund stehen.
Es gibt unserer Ansicht nach zwei wichtige Gründe, weshalb Jugendliche Sprachzertifikate erwerben sollten:
• Sie legen die Prüfung an einem „fremden“ Ort ab und sammeln auf diese Weise Prüfungserfahrungen ausserhalb des gewohnten Schulrahmens, die ihnen bei anderen Prüfungen (Aufnahmeprüfungen, Multicheck etc.) zugute kommen.
• Sprachzertifikate sind ein wichtiger Teil im persönlichen Portfolio einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers und sie können z.B. bei Bewerbungsgesprächen für eine Lehrstelle ausschlaggebend für eine Zusage sein.

Die Resultate der Prüfungssession vom Juni 2011 stimmen auf jeden Fall zuversichtlich, denn mit einer Ausnahme haben alle Teilnehmer/innen ein Zertifikat erworben.

33 Kandidat/innen Sekundarschule Niveau E / 8. Klasse
KET (Key English Test)
• 13 bestanden auf Level A1
• 19 bestanden auf Level A2, davon 3 mit einer speziellen Auszeichnung
• 1 nicht bestanden

12 Kandidat/innen Sekundarschule Niveau P / 8. und 9. Klasse
FCE (First Certificate in English)
• alle 12 bestanden auf Level C2

Das Resultat der Progymnasiasten ist besonders erfreulich, denn sie verfügen in der 8. oder 9. Klasse bereits über eine Sprachkompetenz, die derjenigen der Maturanden bei den Maturprüfungen an den öffentlichen Gymnasien entspricht.

     

 

 
Zur Belohnung aufs Jungfraujoch

Auf Einladung des Eiger Climate Projects konnte die Klasse PG5 (Abschlussklasse des Progymnasiums) 2 Tage die Jungfrauregion besuchen und an geführten Exkursionen teilnehmen. Die Folgen des Klimawandels mit eigenen Augen sehen und begreifen – das ist das Ziel des Schulprojektes.

Nachdem die Klasse im Juni im Rahmen des Geographieunterrichtes an einem Klimawettbewerb teilnahm, war es nun soweit.
Ausgerüstet mit allerlei Reisegepäck, warmen Sachen und Wanderschuhen stiegen wir in den Zug, der uns nach Grindelwald bringen sollte. Dort wurden wir von unserer Exkursionsleiterin Selina begrüsst. Nach einem Einstiegsspiel zum Thema Klimaerwärmung ging es gleich mit der Gondelbahn in die Berge und nach einer dreistündigen Wanderung konnten wir uns bereits den unteren Grindelwald-Gletscher aus nächster Nähe betrachten. Am Grindelwald-Gletscher kommt es in Folge des zurückgehenden Eises immer wieder zu Felsstürzen, Muren und Bergrutschen. Also kann man hier den Klimawandel hautnah erleben.
Zurück geht es mit der Gondel nach Grindelwald, dort nehmen wir unser Gepäck wieder auf und fahren mit der Bahn zu unserer Unterkunft, einem Hotel auf der Kleinen Scheidegg mit fantastischem Blick auf die legendäre Eiger-Nordwand. Der Tag war aber noch nicht zu Ende. Mit Taschenlampen und warmer Kleidung begeben wir uns ein gutes Stück mit der Bahn bergauf zur Station Eigergletscher auf 2320 m ü.M. Dort werden wir von Tanja Frieden, Goldmedaillen Gewinnerin an den Olympischen Winterspielen 2006 und im gleichen Jahr Schweizer Sportlerin des Jahres, begrüsst.
Angeleitet von Tanja, die sich auch für den Klimaschutz und die Umwelt engagiert, gibt es einen Wettbewerb gegen eine andere Klasse. Bei den nun gestellten Fragen zur Gletscherschmelze und dem Klimawandel konnten wir unsere Gegner deutlich besiegen. Nach dem siegreichen Wettbewerb wurden wir bei dunkler Nacht zur kleinen Scheidegg zurück geführt, wo wir gegen elf Uhr müde ins Bett fielen.
Murrend und widerwillig erheben wir uns am nächsten Tag bereits um halb-sieben aus unseren Betten, denn heute geht es zum „Top of Europe“ – aufs Jungfraujoch auf über 3600 m. Um 8 Uhr nehmen wir die Bahn zum Jungfraujoch. Die Bahn hält oben in einer Art Höhle. Unsere Klasse wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Hälfte der Klasse geht mit einem Leiter namens Moritz auf den Jungfraujoch-Gletscher, die andere Hälfte steigt in einen Lift, der uns in elf Sekunden etwa weitere hundert Meter hoch zur Sphinx bringt. Die Sphinx ist ein Aussichtsplateau. Hier treffen wir auf beträchtlich viele Touristen, sehr viele Japaner sind darunter. Nach etwa 30 Minuten wechseln die Gruppen. Es folgt ein Besuch des Eispalastes, bestehend aus Gängen unter dem Eis. Hier gibt es Eisfiguren in Form eines Adlers oder von Pinguinen. Die Umgebung um uns herum ist nichts weiter als ein gewaltiger Schutt- und Kieselsteinberg, der sich als Folge der Gletscherwanderung als Moräne gebildet hat.
Zum Abschluss der Exkursion sollen wir mit den umliegenden Steinen in limitierter Zeit einen möglichst hohen Turm errichten, unter dem wir unsere Klimabotschaften, auf Steintafeln geschrieben, vergraben. Wir haben in diesen zwei Tagen vor einer eindrucksvollen Kulisse gesehen, wie stark die Erderwärmung den Rückgang der Gletscher befördert. Wir haben gelernt, dass jeder von uns auch mit kleinen Schritten dazu beitragen kann, etwas dagegen zu tun. Viele kleine Massnahmen bewirken Grosses.

     

 
Im Sprint verloren und doch als Sieger vom Platz gegangen...

So erging es der Klasse S5a. Die Abschlussklasse sorgte beim sportlichen Grossanlass "run-to-the-beat" für gute Laune, denn der Verpflegungsstand direkt beim Joggeli-Stadion gehörte zu ihrem Aufgabengebiet. Alle Läufer mussten bestmöglich versorgt werden. Um es vorweg zu nehmen: Es gelang.

Am Sonntag, dem 11. September 2011 hiess es gemeinschaftlich aufstehen, organisieren und arbeiten. Für den grossen Sportevent "run-to-the-beat", der vom Warenhaus Manor unterstützt und durchgeführt wurde, brauchte es viele Helfer.
Die Klasse S5a der Minerva Volksschule war eine dieser Helfergruppen. Sie war verantwortlich für einen der zahlreichen Proviantstationen, die entlang der Laufstrecke aufgebaut waren. An der freiwilligen Aktion, die zur Aufbesserung der Klassenkasse dienen sollte, haben bis auf zwei Ausnahmen alle Schüler/innen der Klasse mitgemacht, was an und für sich schon ein Erfolg ist.
Klar war von Anfang an, dass es heiss werden würde, doch es wurde anstrengender als alle gedacht hatten: Die Hitze machte nicht nur den Läufern zu schaffen, auch manche Schülerin kam bei der Getränkeübergabe ins Schwitzen. Während einige Helferinnen und Helfer eine eher bedächtige Art der Getränkeübergabe an der Station bevorzugten, wollten es andere wissen und sprinteten so lange neben den Läufer/innen her, bis sie ihre Drinks oder Energieriegel an die Marathon-Frau oder den Marathon-Mann gebracht hatten.
Es gab auch immer wieder Phasen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler kurz ausruhen konnten, weil nur wenige oder keine Läufer die Versorgungsstation passierten.
Insgesamt war die Stimmung hervorragend, denn sowohl die Klasse, als auch die Athleten nahmen den Event sportlich:
So zogen die Läufer und die Stunden schnell vorbei. Die Veranstaltung wurde für die Jugendlichen sogar noch mit einem erstklassigen Abschluss gekrönt, denn Xherdan Shaqiri machte seine Aufwartung und zog im schicken Sport-UV an allen vorbei.
Mit diesem unerwarteten Treffen im Kopf und dem Bewusstsein, mit dem harten Einsatz einen Teil der Abschlussreise vom Juni 2012 finanziert zu haben, gingen die Schülerinnen und Schüler am Abend müde, aber zufrieden nach Hause.

     

 
Ingenieur-Kurse für die Hochbegabten

Der Workshop für Hochbegabte (WHB) wird von der Minerva Schule bereits im vierten Jahr durchgeführt. Er ist für Schülerinnen und Schüler unseres Progymnasiums gedacht, die den Schulstoff im Regelunterricht sehr schnell bewältigen und deshalb nicht alle Lektionen in der Stammklasse besuchen. Dabei sind wir bestrebt neben einem Programm aus klassischen Schulfächern wie Physik, Biologie, Deutsch, Informatik, usw. auch ausserschulische Themen anzubieten.

In Zusammenarbeit mit der Firma Gruner ist es uns gelungen einen Kurs zum Thema Ingenieurswesen zu organisieren. Im ersten Semester des laufenden Schuljahres werden mehr als ein Dutzend Referenten (und eine Referentin) die unterschiedlichsten Projekte vorstellen, in denen sie eingesetzt sind. Da geht es um so aktuelle und spannende Themen wie
• den Tief- und Wasserbau am Beispiel des Pumpspeicherkraftwerks Grimsel3.
• den Untertagebau im Gotthard-Basistunnel.
• die Verkehrsplanung mit Hilfe von Simulationen.
• die Gebäudetechnik, den Brandschutz oder Tragwerke beim Neubau der Messe Basel.
Die ersten Referate haben gezeigt, dass die Themen bei der ausgewählten Schülerschaft auf reges Interesse stossen: Mit vielen Fragen und Kommentaren zu den Ausführungen der Vortragenden beleben die WHB-Teilnehmer/innen die Veranstaltungen.
Wir werden im nächsten Newsletter (Versand Dezember 2011) detaillierter über die verschiedenen Vorlesungen berichten, dabei auch die beteiligten Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen lassen und ebenfalls bei der Dozentin und den Dozenten nachfragen, welche Erfahrungen sie bei ihrem Abstecher in solch ein spezielles schulisches Umfeld gemacht haben.

     
     
 
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Vorteil Minerva